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Arbeit und Interaktion. Bemerkungen zu Hegels Jenenser >Philosophie des Geistes<
Hegel hat in Jena 1803/04 und 1805/06 Vorlesungen über Natur- und Geistesphilosophie gehalten. Die Philosophie des Geistes knüpft an das fragmentarisch ausgearbeitete System der Sittlichkeit an. Diese Stücke Hegels' stehen noch unter dem Einfluß des Studiums der Politischen Ökonomie, das Hegel damals betrieben hat. Darauf hat die marxistische Hegelforschung stets hingewiesen.^ Gleichwohl ist die systematische Sonderstellung der Jenenser Philosophie des Geistes bisher nicht zureichend berücksichtigt worden. Nach wie vor dominiert die Auffassung, die schon Lasson im Vorwort zu seiner Edition der Jenenser Vorlesung geäußert hat: man betrachtet diese Arbeiten als eine Vorstufe zur Phänomenologie und betont die Parallelen zum späteren System. Demgegenüber möchte ich die These vertreten, daß Hegel in den beiden Jenenser Vorlesungen für den Bildungsprozeß des Geistes eine eigentümliche, später preisgegebene Systematik zugrunde gelegt hat.
Die Kategorien Sprache, Werkzeug und Familie bezeichnen drei gleichwertige Muster dialektischer Beziehungen: die symbolische Darstellung, der Arbeitsprozeß und die Inter-
1 Das System der Sittlichkeit wird nach der Ausgabe von Lasson, Hegels Schriflen zur Politik und Rechtsphilosophie, S. W. Bd. 7, Leipzig 1923, S. 415-499 zitiert. Die beiden Fassungen der Jenenser Philosophie des Geistes sind ebenfalls von Lasson herausgegeben: Jenenser Realphilosophie I, S.W. Bd. 19, S. 195 ff. und Jenenser Realphilosophie II, S. W. Bd. 20, S. 177 ff.
2 G. Lukács, Der junge Hegel, Berlin 1954.