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VORWORT
Die Auswahl der Werke, die in diesem Füiirer durch die Sammlung Peggy Guggenheim erscheinen, basiert auf verschiedenen, miteinander verbundenen Überlegungen. In dem relativ kleinen Bestand des Museums gibt es fast genauso viele bedeutende Meisterwerke wie in vielen größeren Museen Moderner Kunst. Außerdem veranschaulichen diese herausragenden Werke die wichtigsten Tendenzen der Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Auswahl sowie die Reihenfolge, in der sie erscheinen, wurden sowohl von der Qualität als auch vom Fortschritt der Avantgarde bestimmt — vom Kubismus zu den verschiedenen Erscheinungsformen der europäischen abstrakten Kunst, dem Surrealismus und dem amerikanischen Abstrakten Expressionismus. Tatsächlich sah Peggy Guggenheim selbst ihre Sammlung, die von Anfang an als Museum Moderner Kunst konzipiert war, als eine Präsentation der Geschichte der Moderne. Die Vorstellung von einer Kunstsammlung als einer Enzyklopädie von Meisterwerken, die in ihrer Breite und Tiefe die historische Abfolge einer Kulturepoche darstellt, war stets die treibende Kraft hinter der Samralungstätigkeit der meisten zeitgenössischen Institutionen. Da jedoch
kein Museum Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, sollte unser Interesse eher dem unverwechselbaren Charakter dieser Sammlung und den Umständen ihres Entstehens gelten. Philip Rylands beschreibt in seinem Beitrag zu dieser Publikation die außergewöhnliche Rolle, die Peggy Guggenheim als Kunstsammlerin zukam, und auch die entscheidenden Einflüsse, die ihre beeindruckende, persönliche Sammlung geprägt haben. Das Erscheinen bestimmter Kunstwerke in diesem Katalog — etwa der Gemälde Tancredis und Edmondo Baccis, oder die große Zahl der Werke Max Emsts und Jackson Pollocks — spiegeln biografische und historische Umstände wider, die Peggy Guggenheims Auswahlkriterien beeinflußt haben.
Diese Publikation stützt sich im wesentlichen auf Texte von Lucy Flint und Elizabeth C. Childs, die 1983 in Handbook: The Peggy Guggenheim Collection und späteren Ausgaben erschienen sind. Dieser Katalog von 1983 war der erste der Sammlung Peggy Guggenheim unter der Verwaltung durch die Solomon R. Guggenheim Foundation. Angelica Zander Rudenstines Forschungen für ihren preisgekrönten Gesamtkatalog Peggy Guggenheim