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Mein Urgroßvater war ein weiser Mann. Als er fünfundsechzig Jahre alt war, zog er das Boot und die Fangkörbe, mit denen er sein Leben lang Hummer gefangen hatte, an Land und fing zu drediseln an. Er drediselte Drehkreisel und Gedichte für Kinder, was - wie jeder zugeben muß - eine weise Beschäftigung ist. Zu meiner Zeit, das heißt, als ich zehn Jahre zählte, war mein Urgroßvater bereits vierundachtzig. Aber er drechselte immer nodi -allerdings mehr Gedichte als Drehkreisel.
Er wohnte auf dem Oberland der Insel Helgoland bei seiner Tochter, die meine Großmutter war und die ich, weil sie oben auf dem Felsen Helgolands wohnte, die Ober-Großmutter nannte. Meine andere Großmutter, die auf dem Unterland am Fuße des Felsens wohnte, nannte ich Unter-Großmutter, aber die kommt erst später dran. Jetzt will ich von meiner Ober-Großmutter reden, bei der mein Urgroßvater wohnte. Sie hatten ein Haus in der Trafalgar-straße auf dem Oberland. Aber mein Urgroßvater verbrachte fast alle Tage vom frühen Morgen bis zum späten Abend in der Hummerbude, die dem Wohnhaus gegenüber auf der anderen Straßenseite stand. Hier besuchte idi ihn, so oft ich konnte. Wir drechselten dort zusammen, aber keine Kreisel, sondern Reime. Eines Tages bekamen meine Schwestern Anneken und Johanneken Masern. Das ist zwar eine ärgerliche Krankheit, aber Anneken und Johanneken, die bald kein Fieber und gar keine Schmerzen mehr hatten, fanden die Masern am Ende ganz hübsch. Sie brauchten nicht zur Sdiule zu gehen, konnten den lieben langen Tag mit ihren Puppen spielen und bekamen obendrein noch Ledereien von den Nachbarn und Verwandten.
Den größten Vorteil von den Masern aber hatte ich. Weil es nämlidi eine anstedcende Krankheit ist, wurde ich umquartiert. Man schidcte