Bővebb ismertető
Einleitung
Musik hat in Frankreich eine andere Aufgabe und ein anderes Ansehen als in den Ländern des deutsdi-öster-reidiischen und des von ihnen beeinflußten Kulturkreises. Ihre alte Bindung an Schrei, Wort, Rede und artikulierten Ausdruck ist nie ganz gelöst worden. Sie will Emotionen zur Form bringen, fühlt sich dem Tanz verwandt und verpflichtet, sie soll erhöhen und nicht vertiefen. Dem Theater vielfach verwandt und dienstbar, hat sie sidi dennoch von den gemeinsamen kultischen Fesseln mit ihm zugleich gelöst und dem Diesseits der Sinne zugewandt. Für den lateinischen Mensdien, dem Serenitas angeboren ist, hat der Begriff der Unterhaltung keinen niedrigen Beiklang. Auch das Tragische kann und soll unterhalten, wie auch die Komödie zu den hohen Formen der Kunst gerechnet wird. Das Bild der französischen Musik zeigt den faustischen Drang nur dort, wo es von Osten her Einflüsse erfahren hat und wo diese Einflüsse mit dem Nationalgeist in Konflikt geraten. Es mag ein schöpferischer, ein fruchtbarer Konflikt sein wie bei den Musikern der Ars Nova vom 14. Jahrhundert, oder wie bei Hector Berlioz, in unseren Tagen bei Pierre Boulez. Aber er bringt immer eine Aberration der Magnetnadel, die den Kurs unsicher macht. Frankreich, das Land der hödisten Sinnenkultur und Verfleditung von Geistigkeiten, ist den