Bővebb ismertető
Zur Einführung
Der kulturelle und künstlerische Reichtum der Bundesrepublik Deutschland liegt in der Vielfalt. Wer etwa die aktuelle Musikszene kennenlernen will, muß Berlin ebenso aufsuchen wie München, Bayreuth, Donaueschingen, Bonn oder Hamburg. Museen von Weltrang gibt es in Berlin, Kassel, München, Köln und Frankfurt, aber auch in Karlsruhe, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Essen und Bremen. Das berühmte Stuttgarter Ballett steht in fruchtbarer Konkurrenz mit den Tanzensembles von Hamburg, Köln, Frankfurt und Berlin - die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Die Bundesrepublik Deutschland hat viele Kulturmetropolen. Dieser kulturelle Polyzentrismus ist das Erbe der Renaissance und des Barockzeitalters, als es zahlreiche Fürstentümer und Königreiche auf deutschem Boden gab. Jeder der Potentaten versuchte durch Schlösser, Theater, Museen, Orchester oder Gestüte zu repräsentieren - für politische, geschweige denn militärische Macht fehlten meist die Voraussetzungen. Außerdem war es billiger, ein Corps de ballet zu unterhalten als Regimenter, und vergnüglicher obendrein. Kein Wunder, daß einige der Fürsten auf die Idee kamen, ihre Soldaten an ausländische Mächte zu verkaufen, um den Aufwand für ihre künstlerischen Ambitionen bestreiten zu können. Die Freien Städte, die aus dem Mittelalter herrührenden Stadtrepubliken, wollten in diesem Wettstreit der Musen nicht fehlen; so etwa entstand Deutschlands erstes Opernhaus als Aktiengesellschaft der Hamburger Bürger und Frankfurts Museen gehen auf private Stiftungen zurück.
Hinter dieser aus politischen Gegebenheiten gewachse-
nen Vielfalt stehen ältere Strukturen der Stammeszugehörigkeit und der Landschaft. Franken, Schwaben, Alemannen, Sachsen und Bajuwaren - um nur die wichtigsten der deutschen Stämme zu nennen - bestimmen nicht nur die frühe geschichtliche Entwicklung; so wie sie sich bis heute sprachlich von einander unterscheiden, fand ihre Stammeseigenart auch in Volksliedern und Zeugnissen der bildenden Kunst Ausdruck, bis hin zu bestimmten Hausformen oder Mustern dörflicher und städtischer Siedlung. Hinzu traten die Besonderheiten der Landschaft: die Meeresverbundenheit und die Ebene im Norden, die großen Stromlandschaften von Rhein, Weser, Elbe und Donau, das Alpenvorland im Süden, die weiten Waldgebiete der Mittelgebirge. Die Stimmungen dieser Landschaften gingen in die Kunst ein, ebenso wie zu allen Zeiten Religion und Brauchtum ihren Einfluß behielten.
Die westlichen und südwestlichen Gebiete der Bundesrepublik Deutschland waren fünfhundert Jahre hindurch römisch besiedelt. Die Römer hinterließen mehr als nur Städte, Straßen, eine intensive Landwirtschaft und die Weinkultur; ihr bestimmendstes Erbe war das Christentum, das mit seinen Orden und Klöstern erste Zentren der Kultur und Bildung setzte und Kulturlandschaften prägte.
So sind es eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren, die das Bild der Bundesrepublik als europäische Kulturlandschaft bestimmen. Sie bewußt zu machen und damit besseres Verständnis zu ermöglichen, ist die Absicht der nachfolgenden Blätter, die jeweils einer besonderen Kultur- und Kunstregion gewidmet sind. G. F.
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