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Vorwort
Nachdem Herr Dr. Götze vom Springer-Verlag und ich uns 1968 darüber einig geworden waren, daß die Zeit reif sei für eine Ergänzung des 1959 erschienenen Handbuches der Thoraxchirurgie, bin ich zu der Meinung gelangt, daß zwar auf keinem Gebiet der Thoraxchirurgie ein Stillstand eingetreten ist, daß aber die Fortschritte der Chirurgie des Herzens und seiner Gefäße bei weitem im Vordergrund stehen. Die Fortschritte in der Kardiochirurgie begannen stürmisch mit der Einführung der Herz-Lungen-Maschine und reichen bis zur Einbeziehung bislang nicht oder ungenügend zu behandelnder Leiden in die Möglichkeit chirurgischer Hilfe. Derartige Überlegungen waren entscheidend für den Entschluß, ein Ergänzungswerk derzeit nur auf den Komplex der kardio-vaskulären Erkrankungen zu beziehen. Daß bis zur Verwirklichung des Vorhabens mehrere Jahre vergingen, findet die Erklärung darin, daß gerade damals frappierende Heilhandlungen aufgetaucht sind: die Bemühungen um einen Herzklappenersatz, die Verbesserung der Koronarchirurgie, die ersten Versuche mit der Herztransplantation. Es erschien zweckmäßig, die Ergebnisse solcher Maßnahmen abzuwarten, um sie mehr als kursorisch verwerten zu können.
Das Ergänzungswerk baut auf dem 1959 erschienenen Band II des Handbuches der Thoraxchirurgie auf und gibt über die frühere Abfassung hinaus eine umfassende Darstellung aller Herz- und Herzgefäßvitien, die heutzutage operativ angehbar sind, auch wenn manche neu versuchten Eingriffe ihre endgültige Bewährungsprobe einstweilen noch nicht bestanden haben. Dem Leser wird sich zeigen, daß so manches Mal die Anschauung gegenüber der vom Ende der 50-er Jahre aufgrund größerer und längerer Erfahrungen sich geändert hat, daß in der chirurgischen Kardiologie ursprüngliche Methoden verbessert oder durch neu erdachte ersetzt worden sind, daß Leiden, die früher überhaupt nicht besprochen worden sind, Beachtung gefunden haben. Schwerpunkte wurden auf Bereiche verlegt, die eine breitere praktische Wichtigkeit haben. Auch Problematisches wurde angeschnitten. Das Buch soll ja nicht nur einen systematischen Überblick für eigenes klinisches und therapeutisches Handeln bieten, sondern auch zeigen, wo noch ungelöste Fragen der Klärung harren.
Dem Charakter eines Handbuches gemäß wurden anatomische und physiologische Gesichtspunkte, diagnostische Methoden, Indikationsstellungen und Operationsergebnisse neben der Operationstechnik in die Darlegungen einbezogen. Eine umfassende Zitierung des Schrifttums schließt die Aufgabe eines solchen Nachschlagewerkes ab, das es erlaubt, sich über die Materie nach allen Richtungen zu informieren, wenn auch bei der gewaltig angewachsenen Literatur auf eine vollständige Wiedergabe verzichtet werden mußte.
Wie bei der Ausgabe von 1959 war es unumgänglich, mehrere Mitarbeiter zu beteiligen unter Inkaufnahme unterschiedlicher Abschlußdaten. Es wurden auch Vertreter anderer medizinischer Disziplinen, deren Wissen und Forschungen enge