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Die Bedeutung der Augsburger Konfession für die evangelische Kirche in Ungarn
Vortrag, gehalten auf der Jahrestagung des Vereins für rheinische Kirchengeschichte auf der Ebernburg am 4. Juni 1980.
von Mihály Bucsay, Budapest
Die Bedeutung der Augsburger Konfession für die evangelische Kirche in Ungarn fand schon vor Jahrhunderten einen treffenden Ausdruck darin, daß die lutherische Kirche, die drittgrößte Kirche Ungarns mit rund 430.000 Mitgliedern, nach der Confessio Augustana benannt wurde. Ihre Mitglieder hießen und heißen heute noch Evangelische Augsburger Bekenntnisses, oder verkürzt: Augustaner Evangelische. Aber auch die zweitgrößte Kirche Ungarns, die reformierte, deren Mitglieder Evangelische Helvetischen Bekenntnisses hießen, verdankt unsagbar viel der Augsburger Konfession.
Ich bedauere sehr, daß nicht ein Ungar des Augsburger Bekenntnisses über das gestellte Thema zu Ihnen redet. Wenn es aber die Verhältnisse so mit sich bringen, daß in meiner Person ein Reformierter zu Ihnen spricht, sei es mir erlaubt, in meinen Ausführungen die Bedeutung der Augustana für die helvetische Richtung der ungarischen Reformation nicht unberücksichtigt zu lassen. Gerne würde ich aus dem Bereich der Wirkungsgeschichte der Augustana die Daten, Ereignisse und Entwicklungen herausgreifen, die nicht allein lokale Bedeutung haben, sondern das Geschichtsbild des Gesamtprotestantismus zu bereichern vermögen. Mein Thema entfalte ich Ihnen in zwei ungleichen Abschnitten: erstens schildere ich, wie die Augustana in Ungarn der Selbstdarstellung und Abgrenzung des Protestantismus diente, und wie im 16. Jahrhundert nicht nur die Lutheraner, sondern auch die Reformierten den Schutz der Augustana in Anspruch nahmen. Zweitens muß ich auf die zahlreichen Bestrebungen hinweisen, die mit Hilfe der Augustana eine Vereinigung der getrennten Glaubensrichtungen der Reformation erreichen wollten. Wenn auch diesen Bestrebungen leider ein voller Erfolg versagt