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Vorwort
Der letzte wissenschaftliche Kommentar zu den beiden Thessalonicherbriefen in deutscher Sprache erschien im Jahr 1909. Es ist das bedeutsame Werk von Ernst von Dobschütz, das 1974 nochmals nachgedruckt worden ist. Dieser lange Abstand wirkte, als ich die Aufgabe einer neuen Auslegung des 2. Thessalonicherbriefes für die Reihe des Evangelisch-Katholischen Kommentars zum Neuen Testament übernahm, besonders anspornend. Es war vor allem auch die von Ernst von Dobschütz letztlich offengelassene Verfasserfrage, die nochmals angegangen werden muiJte. Mit diesem Problem habe ich mich in einer größeren Arbeit, den »Untersuchungen zum 2. Thessalonicherbrief« (1972), befaßt.
In den Bänden des EKK sollte nach Möglichkeit die Wirkungsgeschichte einzelner Texte oder auch ganzer Schriften beachtet werden. In diesem Fall stellte sich damit eine äußerst reizvolle, aber auch schwierige Aufgabe. Sind doch die eschatologischen Aussagen des 1. und vor allem des 2. Kapitels in ganz ungewöhnlicher Weise für die Kirchen- und Weltgeschichte bedeutsam geworden. Es gibt eine umfangreiche und weit verzweigte Literatur dazu. Gemessen an meinen frühen Vorstellungen und Plänen ist davon allerdings nur wenig in den Kommentar eingegangen. Es wurde mir bald klar, daß hier eine straffe Beschränkung nötig war, sollte die Auslegung des Textes nicht durch ausführliche Darstellung seiner Wirkungen überwuchert werden. Die Hinweise auf die Auswirkungen der eschatologischen Anschauungen treffen vielleicht nach den tiefen Umbrüchen und Bewußtseinswandlungen, die seit 1909 geschehen sind, auf stärkere Sensibilität und auf mehr Verständnis als in früherer Zeit.
Da die Ausarbeitung viel mehr Zeit brauchte, als ich anfangs gehofft hatte, bin ich nun dankbar, sie mit diesem Vorwort endlich abschließen zu können. Ich danke ganz besonders den beiden Verlagen für ihre Großzügigkeit in der Gestaltung der Arbeitstagungen und dem Benziger Verlag für die Sorgfalt bei der Herstellung. Ferner danke ich herzlich dem Mitarbeiterkreis des EKK, darunter vor allem Herrn Prof. Eduard Schweizer, Zürich, der mir ein freundlicher Begleiter über die ganze Zeit hin war und mir manche gute Hinweise gab. Mit Prof. Traugott Holtz, Halle, verbindet mich seit Jahren eine erquickend freundschafthche und kritische Zusammenarbeit, die sich auf alle