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Geleitwort
Im Jahre 1928 schrieb Josef Fröbes S. J. als der damals weithin anerkannte Kenner insbesondere der experimentellen Psychologie in der Zeitschrift Scholastik einen kritischen Aufsatz, der verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden. Einleitend hebt er hervor, trotz der neu gewonnenen >unübersehbaren Fülle von Material< sei der praktische Wert der Neuen Erkenntnisse nur von geringem Gewicht für alle Berufe, die es mit dem Menschenleben zu tun haben. Er nennt die Moralisten, Richter, Historiker, Psychiater, Pädagogen : »Was sie suchen, ist eine tiefere und sichere Belehrung über die wahren Triebkräfte der menschhchen Handlungen, über die Entstehung und Wirksamkeit der Lebenspläne, kurz über das ganze höhere Gefühlsleben.« Er findet es deshalb verständlich, ja berechtigt, daß etwa die Juristen wie die Mediziner und Psychiater für ihren eigenen Gebrauch besondere Psychologien entworfen haben. Besonders verweist er auf die Psychoanalyse Freuds. Er betont: »Gewiß ist es nicht schwer, in diesem merkwürdigen, sich ständig verändernden System Widersprüche, phantastische Übertreibungen, unerlaubte Verallgemeinerungen in Menge nachzuweisen. Und doch hat jeder Kenner den Eindruck, hier liege mehr vor, als die siegreiche Kritik ahnen läßt. Diese Lehre beansprucht eben, das zu sein, was wir suchen, eine wahre Tiefenpsychologie, die Antwort auf die Frage nach den wirklichen Triebkräften der menschlichen Seele.«
Wenn wir die wesentlichen Intentionen von Fröbes beachten, so muß es uns fast verwundern, warum er nicht darauf verwies, daß sich die Seelsorge längst eine cuialoge praktische Seelenkenntnis ausgearbeitet hatte, freilich in ihrer lebendigen Tradition damals fast abgestorben und weiteren Kreisen höchstens dem Niimen nach be-kamit: Die Lehre von der Unterscheidung der Geister, nicht als Charisma im paulinischen Sinn, sondern als lehrbare Tradition der Seelenführung und Seelenkenntnis, als discretio spirituum acquisita. Längst hatten die Seelsorger gelernt, sich nicht mit den Erscheinungen der Oberfläche des Bewußtseins zu begnügen: sie fragten deutend und >unterscheidend< nach den Impulsen als den waliren Trieb-
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