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A Magyar Nemzeti Galéria Évkönyve 1989-1990 [antikvár]

Christa Pieske, Éva Bajkay

 
CHRISTA PIESKE DAS BILD IM BILDE: „EIN MORGEN NACH DEM MASKENBALL" Das Phänomen „Bild im Bilde" ist bisher kaum beachtet worden, auch das Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte1 befaßt sich nicht mit ihm. Nur in kleineren Artikeln wie von Jean J. Taylor, „Engravings within Engravings", wird auf diesen Themenkreis anhand französischer Stiche des 18. Jahrhunderts hingewiesen2. Das ist erstaunlich, denn die häufige Verwendung dieses Motives ist bei den Interieurdarstellungen recht aufschlußreich, ja sogar wesentlich für das...
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CHRISTA PIESKE DAS BILD IM BILDE: „EIN MORGEN NACH DEM MASKENBALL" Das Phänomen „Bild im Bilde" ist bisher kaum beachtet worden, auch das Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte1 befaßt sich nicht mit ihm. Nur in kleineren Artikeln wie von Jean J. Taylor, „Engravings within Engravings", wird auf diesen Themenkreis anhand französischer Stiche des 18. Jahrhunderts hingewiesen2. Das ist erstaunlich, denn die häufige Verwendung dieses Motives ist bei den Interieurdarstellungen recht aufschlußreich, ja sogar wesentlich für das Verstehen des Bildinhaltes und -hintergrundes. Es geht weit über das rein Dekorative hinaus und bedeutet mehr als die übliche Ausstattungskomplettierung eines Fest- oder Wohnraumes. Wenige Worte zur Geschichte des „Bildes im Bilde": In der niederländischen Genremalerei des 16. und 17. Jahrhunderts, die sich mit Vorliebe mit dem Interieur in allen Sozialschichten befaßt hat, sind bereits die wichtigsten Erscheinungsformen entwickelt worden. Das Bild als Repräsentant von Bewohnern und Umfeld, das Bild als Erklärung von inhaltlichen Zusammenhängen und das Bild als Werbung für den Maler oder Kunstverleger ist erkennbar. Bei den Bauernmalern wie Teniers, Brower oder Jan Steen sind in den Schenken und Behausungen ausschließlich Drucke wiedergegeben, die am Kamin oder an Bänken, Türen oder Schränken durch Nägel befestigt wurden. Zerknittert und eingerissen, gebräunt von Alter und Rauch, gestatten sie kaum noch ein Erkennen des Bildinhaltes. Herrscherporträts, manchmal Heiligengestalten oder biblische Szenen, wie z. B. bei David Teniers Raucher und Trinker in einer Schenke von 16503 oder bei Adrian Browers Bauernwirtschaftsind zu ahnen. Die Wohnräume der wohlhabenden Schichten wiesen anderen Wandschmuck auf. Fast ausschließlich sind gerahmte Gemälde oder großformatige Drucke dargestellt, die manchmal noch durch vorgezogene Vorhänge geschützt sind. Bei vielen Musizierenden Gesellschaften fehlen nie entsprechende Bilder, die auch am Kaminmantel angebracht sein können. Große Land- und Seekarten deuten auf eine allgemeine Weltoffenheit und konkret auf die niederländischen Expansionen in diesem Jahrhundert hin. Natürlich fehlen sie nicht in der Studierstube des Arztes, von H. Dullaert (1636- 1684) gemalt5, oder bei der Lustigen Gesellschaft von Wilhelm Buytewech (1591 - 1624). Schiffsbilder sind hier ebenfalls einzuordnen wie bei dem Briefleser von Gabriel Metsu6. Die inhaltliche Verbindung zwischen dem Bildgeschehen und dem oder den Nebenbildern gehört zu den wesentlichen Merkmalen des „Bildes im Bilde". Bei der Liebeskranken, dem vielreproduzierten Werk von Jan Steen7, zeigt das korrespondierende Nebenbild Amor und Psyche, und hinter dem Hinauswurf, gemalt 1695 von Lambert Doomer, steht das Motiv des Verlorenen Sohnes, das dann als Nebenbild den Beweis antritt8. Folgende Beispiele für das Bild als mehr oder minder verstecktem Werbeträger seien angeführt: Auf dem Gemälde Die Spitzenklöpplerin von C. Netscher (1639-1684) wird an der Wand ein Druck mit einer Landschaft gezeigt, auf dessen Rand deutlich „C. Netscher" zu lesen ist, - ein Hinweis auf die Wertschätzung seiner Arbeiten, die durch Stiche weit verbreitet waren9. Auch bei dem Porträt des Christian Rosenkrantz, 1641 von David Balley gemalt, befindet sich ein Porträtstich an der Wand, der durch Holzstäbe mit gedrechselten Knäufen eine größere Haltbarkeit erhielt. Auch hier ist der Name D. Balley zu lesen, der seine Künstlerlaufbahn als Kupferstecher begonnen hatte10. Eine Besonderheit mag noch herausgehoben werden: Auf einer Anzahl von Vanitas-Stilleben erscheinen neben den üblichen Symbolen auch Graphiken, deren Zustand auf ihre rasche Vergänglichkeit deutet. So ist auf dem 1659 gemalten Stilleben von N. L. Peschier eine Rolle mit beschädigten Drucken mit kaum erkennbarem Inhalt zu sehen11. Der Kupferstich mit dem Bildnis einer jungen Dame weist auf das Schwinden der Liebe, aber auch auf das flüchtige Papier hin, wie es von Evert Collier 1684 gemalt wurde12. Die Genremalerei, die uns in der Hauptsache beschäftigen soll, hat in den letzten zwanzig Jahren mehr und mehr das Interesse der Forschung gefunden13. Trotzdem harren noch weite Bereiche der Bearbeitung, nicht zuletzt drei

Termékadatok

Cím: A Magyar Nemzeti Galéria Évkönyve 1989-1990 [antikvár]
Szerző: Christa Pieske Éva Bajkay
Kiadó: Magyar Nemzeti Galéria
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 200 mm x 270 mm
Christa Pieske művei
Éva Bajkay művei
Bolti készlet  
Vélemény:
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