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Vorwort
Am 2. Mai 1987 wird Papst Johannes Paul II. das Bistum Essen besuchen. Dieser Besuch ist ein einmaliges Ereignis. Er dient zuerst der Ermutigung und Bestärkung im Glauben. In einer Zeit fortschreitender Säkularisierung, in der der Glaube sich immer mehr zu verflüchtigen scheint, kann der Besuch des Heiligen Vaters wieder Schwung und neue Freude am Glauben vermitteln. So trifft das Wort aus der Apostelgeschichte „ ihr werdet meine Zeugen sein" (Apg 1,8), das als Leitwort über dem Papstbesuch steht, das eigentliche Anliegen. Die Apostel Christi haben als seine Zeugen die Botschaft in die Welt getragen. Ihre Zeugenschaft bestand aber nicht nur in Worten, indem sie das weitergaben, was sie von Jesus Christus gehört und gesehen hatten. Sie bestand vor allem in der Bestätigung durch ihr eigenes Leben. Das Glaubenszeugnis wird zum Lebenszeugnis.
Daß der Glaube durch das Leben bezeugt wird, ist ein bleibendes Wesensmerkmal. Zu jeder Zeit haben Menschen Zeugnis abgelegt, durch ihr Beispiel den Glauben weitergegeben und andere von Christus überzeugt. So dürfen wir dankbar auch auf Zeugen aus unserer urmiittelbaren Heimat schauen, die unter dem Druck des Nationalsozialismus ihr Leben für Christus und die Kirche hingegeben haben: Nikolaus Groß, Gottfried Könzgen, Bernhard Letterhaus, die Eheleute Maria und Bernhard Kreulich, alle eng verbunden mit der Arbeiterschaft des Ruhrgebietes. Sie starben in den Gefängnissen und Konzentrationslagern des Dritten Reiches so wie sie gelebt hatten: aufrecht und unerschütterlich im Glauben an Christus und seine Kirche.