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Ain Samstag, dem 18. Február 1837, wurde am náchtlichen Hímmel über der Stadt Zürich ein sehr glárizendes und durch dunkelfeuerrothe Farbe im Anfang erschreckendes Nordlicht beobachtet. Es hielt sich von 8 bis nach 11 Uhr vollstandig, wurde dann von einer mattschimmernden weijéen und dar-auf folgenden dunklen Kugel in zwey Hálften durch-schnitten, bildete wieder ein Ganzes und leuchtete bis nach Mitternacht.
Ain Nachmittag des folgenden Sonntags starb unter eben diesem Himmel, der sich so toll gebárdet hatte, in der Stadt, die ihm Zuflucht war und den Beginn einer glánzenden Laufbahn in Aussicht gestellt hatte, in den Armen seiner Braut Georg Biichner. Er war noch nicht 24 Jahre alt, als eine Typhus-Infektion ihn dahinraffte, rasch, unaufhaltsam, dem normalen Krankheitsverlauf entsprechend in zwei Wochen. Eine Epidemie herrschte nicht in der Stadt, und so kann sich der junge Mediziner nur in der Anatomie der Zürcher Universitát:, womöglich beim Sezieren mit unsauberem Besteck, die Krankheit zugezogen habén. Ein berufsbedingtes Risiko, das man zu jener Zeit noch nicht zu bannen vermochte, wurde ihm zum Verhángnis.
Oder bemáchtigte sich das Schicksal nur eines nahe-liegenden Zufalls? Die kosmische Erscheinung, den Tod eines unendlich Begabten gleichsam ankündi-gend, zeichnet in ihrer Gestalt das Leuchten eines Lebens nach. Da wird die Frage nach der Authenti-zitát der Beschreibung jenes Nordlichts zweitrangig. Mag es sich auch ura eine phantastische Erfindung handeln, um die sensationslüsterne Liige eines Ein-zelnen oder um das Gerücht einer Vision — die Folge von dunkelfeuerrothem Glanz, anschliefíender Tei-lung durch weifie und dunkle Kugeln und das ab-schliefiende Zusammenwachsen des verlöschenden Lichts ist ein poetisches Bild für diese flüchtige, zum Fliehen verurteilte Existenz eines Philosophen, Dichters, Naturwissenschaftlers. Hörst du das fürchterLiche Getös am Himmel? Ueber der Stadt. Alles Gluth! Sieh nicht hinter dich. Wie es hervorschiefet, uncl Alles donnert. So jagt der Sóidat Woyzeck seinem Kameraden Andres die Angst in den
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