Bővebb ismertető
Lexikalisierung von grammatischen Mitteln in der heutigen ungarischen Sprache
1. Es wird oft und mit Recht behauptet, dass viele Sprachen ihre einstige Mannigfaltigkeit an Flexionsformen im Laufe ihrer Ausbildung zu modernen Kultursprachen eingebüsst haben; als Beispiel bzw. Beweis dieser Entwicklung pflegt man sich vor allem auf die englische Sprachgeschichte zu berufen. Viel seltener wird dagegen erwähnt, dass z.B. das Ungarische sein bereits in der Urzeit reiches Flexionssystem — was die Nomen betrifft — während des langen Prozesses seiner relativen Anpassung an die ostmitteleuropäischen arealen kulturellen Sprachverhältnisse entschieden weiterentwickelt hat, und dass sich dieser Vorgang in mehreren Details selbst heute noch klar beobachten lässt. (Vgl. CIFU 2, 538-43.)
Im folgenden möchte ich vor allem darauf hinweisen, dass auf der allerneuesten Entwicklungsstufe dieser grössten finnisch-ugrischen Sprache in beschränktem Masse auch ein ganz anderer, ebenfalls entgegengesetzter Vorgang zu verzeichnen ist: es werden nämlich aus manchen Suffixen bzw. Präfixen — unter Beibehaltung ihrer Hauptfunktionen- selbständige Lexeme, vorwiegend Substantive. Dieses Phänomen hängt aber mit einer allgemeineren, wohlbekannten Erscheinung der modernen Sprachen zusammen, nämlich mit der auf ähnliche sprachpsychologische Faktoren, ähnliche sprachliche (grammatische) Kultur, zum Teil sogar auf eine gemeinsame internationale stilistische Mode zurückgehenden Funktions- und Wortartverschiebung mancher Verhältnis- bzw. Hilfswörter (Formwörter). Ich denke hier vor allem an die Substantivierung von Bindewörtern, aber auch an die viel seltenere Verselbständigung von Hilfsverben und Postpositionen. Da nun dieser