Bővebb ismertető
Einleitung.
In einer Encyclica an die französischen Erzbischöfe und Bischöfe vom 21. März 1853 schreibt Pius IX., sie möchten doch, da sie mit ihm „heftig betrübt seien, über so viele Pest verbreitende Bücher, Schriften, Zeitungen, Flugblätter, welche der gewaltige Feind Gottes und der Menschen zum Verderbniss der Sitten, zur Erschütterung der Fundamente des Glaubens und aller Dogmen unserer heiligsten Religion ohne Unterlass überall ausspeit, nach ihrer bischöflichen Sorgfalt und Wachsamkeit niemals ablassen, einstimmig die ihrer Sorgfalt anvertraute Heerde von dieser vergifteten Weide mit allem Eifer abzuhalten, und sie gegen die Sündfluth so vieler Irrthümer durch heilsame und passende Ermahnungen und Schriften zu belehren, zu schützen und zu kräftigen." Auch ruft er ihnen die Ermahnungen und Rathschläge in's Gedächtniss, womit er vier Jahre früher die Bischöfe des ganzen katholischen Erdkreises „gar sehr aneiferte, sie möchten nicht unterlassen, Männer, die sich durch Talent und die gesunde Lehre auszeichnen, zu ermahnen, dass sie passende Schriften herausgeben, durch welche sie den Geist des Volkes aufzuklären und die Finsterniss der schleichenden Irrthümer zu verscheuchen trachten sollen"; darum bittet er auch die französischen Bischöfe, sie mögen bei ihrem Bemühen, „die tödt-liche Verderbniss verpesteter Bücher und Zeitungen von den ihrer Sorge anvertrauten Gläubigen ferne zu halten", gleichzeitig jenen
Vorrede.
Der Druck der nachstehenden Blätter hat sich ohne Verschulden des Verfassers, dessen Manuscript schon zu Ostern d. J. vollkommen druckfertig war, so lange verzögert, dass diese Brochüre zu einer Zeit erscheint, in welcher Oesterreich unter den herbsten Schicksalsschlägen seufzt. Im Lager seiner Feinde herrschen die Freimaurer, gegen welche der heil. Stuhl seit 128 Jahren mit allem Eifer seines Apostolischen Amtes ankämpft, wie die hier folgende Sammlung der bezüglichen Actenstücke zeigt, welche wir als eine zeitgemässe Ergänzung und Fortsetzung unserer Arbeit „Der Papst und die modernen Ideen" erscheinen lassen. Die österreichische Regierung hat die vom heiligen Stuhle verdammten geheimen Gesellschaften seit Kaiser Joseph's Zeiten nicht mehr zugelassen, sie hat trotz allen gottlosen Geschreies dagegen das mit dem heil. Stuhle abgeschlossene Con-cordat auch in stürmischen Zeiten gewissenhaft aufrecht erhalten. Das gibt uns die tröstliche Hoffnung und das feste Vertrauen, dass das katholische Oesterreich, wenn auch im Augenblicke schwer gebeugt, sich mit neuer Kraft wieder erheben, dass der österreichische Doppel-Aar zu neuem Siegesfluge seine Flügel ausbreiten und dass Oesterreich berufen sein werde, jene geheimen Gesellschaften vom
Vorrede.
Man übergibt bier dem katholischen Publikum das fünfte Heft der ibllection, welche, unter dem Titel: -„Der Papst und die modernen Ideen" Begonnen, so Gott will, noch eine Reihe von Fortsetzungen erhalten soll. iVurden im ersten Hefte die modernen Ideen nacb den verschiedenen Ordnungen des Glaubens, der Moral, der Freiheit und des Rechts und der Politik im allgemeinen vor den Richterstuhl des Papstes citirt, so bot das «weite Heft durch die Veröffentlichung der berühmten Encyclica Quanta cura und des Syllabus Gelegenheit, in diesen beiden auf das Engste mit Einander verbundenen Actenstücken das Urtheil des heiligen Stuhles über die vornehmsten Grundirrthümer unserer Zeit, welche in den modernen Ideen enthalten sind, - zusammenzufassen und die im ersten Hefte unternommene Arbeit zu ergänzen. Das dritte Heft unternahm es, die Wirksamkeit des glorreich regierenden Papstes Pius IX. nach allen ihren Richtungen als Papst und König zu schildern, und damit die Grundlage zur Beurtheilung seines Verhaltens den modernen Ideen gegenüber zu erweitern, sofern in diesem dritten Hefte dem Leser ein über das persönliche Wirken Pius IX. hinausrekhender Einblick in den Geist, den Charakter und den Wirkungskreis der grossartigen Institution des Papstthums überhaupt gewährt und damit der Standpunkt geboten wird, auf welchen der katholische Christ sich stellen muss, um über die Stellung des Papstes zu den modernen Ideen und insbesondere über Werth und Bedeutung der 'Üncyclica vom 8. Dec. 1864 mit dem dazu gehörigen Syllabus eine richtige Anschauung zu gewinnen. Auf der Grundlage des dritten Heftes jortbauend, konnte das vierte Heft wieder eine specielle Thätigkeit des heiligen Stuhles, nämlich sein Verhalten gegen die Freimaurer und die andern geheimen Gesellschaften ins Auge fassen und zeigen, wie das Papstthum in unseren Tagen, wo die Politik sich insbesondere durch den Einfluss dieser geheimen Gesellschaften in einen principiellen Gegensatz mit der Religion und ganz besonders mit der Kirche setzt, nach allen
Vorrede,
Wir übergeben den Lesern im Nachfolgenden eine kurz gefasste Verteidigung der Theologie der Schule, welche uns der berühmte Melchior Canus aus dem Orden des heiligen Dominicus, einer der ausgezeichnetsten Theologen des Concils von Trient, im 8. Buche seines vortreiflichen Werkes: De locis theologicis x) von den theologischen Beweisquellen, und der
*) Fratris Melchioris Cani 0. P. et sacrae theologiae Professoris, Episcopi Canariensis ctc primariae Cathedrae in Academia Salmanticensi olim praefedi de aucto-ritate doctorum Scholasticorum lib. VIII.
F. Melchior Canus, vulgo Cano, ist in der Stadt Taragon, in der Diöcese Toledo geboren. Sein Vater starb in Wien, während Melchior das 10. Buch: De locis theologicis abfasste. Canus trat in Salamanca in den Orden der Dominicaner in das grosse Kloster zum heiligen Stephanus ein. Er machte unter seinem Lehrer Pranziscus Victoria in Salamanca bedeutende Fortschritte in der Theologie. Dabei erwarb er sich aber auch gründliche Kenntnisse in den Profan-Wissenschaften, in der Geschichte und in den orientalischen Sprachen. Mit seinen umfassenden Kenntnissen verband er einen äusserst eleganten Vortrag und Styl. Nach dem Tode seines Lehrers Victoria erhielt er die erste Lehrkanzel der Theologie an der Universität von Salamanca, wobei er sich solches Ansehen erwarb, dass er als Theolog zu dem von Paul III. einberufenen Concil von Trient abgesendet wurde, wo die Schärfe seines Verstandes, die Reife seines Urtheils, seine tiefe Gelehrsamkeit und seine Beredtsamkeit einstimmig anerkannt wurden. Nach dem Zeugnisse der bedeutendsten Männer, unter welchen der Cardinal Sforza Pallavicini und Miraeus in erster Beihe glänzen, war er einer der hervorragendsten Theologen des Concils. Pallavicini nennt ihn Theologwm evoluti saeculi pereruditum, doctrina pariter atque ingenio praestantem, farna magnum, re majorem, „einen hochgelehrten Theologen des vorigen Jahrhunderts, ebenso ausgezeichnet durch Gelehrsamkeit, als durch Talent der einen grossen Ruf hatte, aber in der That noch grösser war, als sein Buf," und sagt dann weiter: Loquor Melchiorem Canum, qui aureo plane volumine hanc ipsam de locis theologicis tractationem ante om/nes et supra omnes est executus. Idem-que primus fuit, reor, qui docuerit, ei quod minus est latinam linguam in lyceo divina effari, et quod m&ximum, Catholicos novatoribus bellum et cla-
1*